Professor Heetae Kim von der Korea Institute of Energy Technology forscht an Stromnetzen der nächsten Generation auf Basis der Komplexitätswissenschaft. Das bisherige Stromnetz war zentralisiert und leitete Strom von Großkraftwerken zu den Verbrauchern. Doch mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und dem strukturellen Anstieg des Strombedarfs stoßen diese Systeme an ihre Grenzen. Die Zunahme wetterabhängiger Energiequellen wie Solar- und Windkraft sowie der Ausbau von Rechenzentren, Halbleiterfabriken und Elektrofahrzeugen machen das Netzmanagement komplexer. Die Regierung treibt daher das Projekt „K-GRID Talent- und Gründer-Tal“ in Jeollanam-do voran, um ein Stromnetz der nächsten Generation zu etablieren.
Das neue Stromnetz bedeutet mehr als nur den Ausbau von Übertragungs- und Verteilungsanlagen. Im Mittelpunkt steht die Integration verteilter Ressourcen wie erneuerbare Energien, Energiespeichersysteme (ESS) und Nachfragemanagement in ein einheitliches System. Mithilfe digitaler Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) sollen Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Strom optimiert werden, um die Volatilität erneuerbarer Energien zu reduzieren und die Netzstabilität zu erhöhen. ESS fungiert als „Backup-Batterie“, während virtuelle Kraftwerke (VPP) verschiedene Ressourcen koordinieren. Diese technologische Entwicklung erfordert neue Forschungsansätze wie Netzwerk- und Komplexitätswissenschaft.
KI spielt eine Schlüsselrolle bei der Analyse und Prognose von Daten im Stromnetz der nächsten Generation. Sie ermöglicht präzise Vorhersagen der wetterabhängigen Stromerzeugung und erkennt Nachfrageschwankungen durch gesellschaftliche Ereignisse. Auch die vorausschauende Wartung und Fehlererkennung werden durch KI verbessert. Professor Kim betont, dass neben der Technologie auch Datennutzung, politische Diskussionen und Tarifreformen entscheidend sind. Jeollanam-do wurde aufgrund seines großen Potenzials für Solar- und Offshore-Windenergie als Pilotregion ausgewählt.
Mit der Einführung des neuen Stromnetzes werden Bürger eine stabile Stromversorgung im Alltag erleben. Neue Geschäftsmodelle wie V2G (Vehicle-to-Grid) und „Sonnenrente“ könnten die Stromkosten senken. Industriell könnten Rechenzentren und KI-basierte Unternehmen in Regionen mit viel erneuerbarer Energie umziehen, was lokale Wirtschaft und Beschäftigung fördert. Das Stromnetz der nächsten Generation ist somit eine umfassende Innovationsstrategie, die technologische Entwicklung und regionale Stärkung vereint.
Der Artikel zeigt, wie das Stromnetz der nächsten Generation in Korea zu einer KI- und datengetriebenen Energieinnovationsplattform wird. Die Verbindung von Komplexitätswissenschaft und Netzwerktheorie bietet neue Lösungen zur Maximierung von Netzstabilität und Effizienz. Die Integration verteilter Energiequellen und KI-Prognosetechnologien beschleunigt den Wandel der Energiebranche und fördert regionale Wirtschaft und neue Industrien. Mit konsequenter Datennutzung und politischer Unterstützung kann das koreanische Modell weltweit als Vorbild für die Energiewende dienen.