Das südkoreanische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten hat am 23. Januar das erste Getreideversorgungsstabilisierungskomitee 2024 einberufen, um Maßnahmen zur Stabilisierung der Reisversorgung 2025 zu diskutieren. Das Komitee besteht aus 17 Vertretern des Ministeriums, des Finanzministeriums, von Produzenten-, Handels- und Verbraucherverbänden sowie aus Wissenschaft und Forschung. Es arbeitet auf Grundlage von Artikel 16 des Getreideverwaltungsgesetzes und überwacht die Versorgungslage sowie zentrale politische Maßnahmen. Angesichts wachsender Sorgen über Überproduktion und steigende Preise hat die Regierung gezielte Maßnahmen ergriffen.
Laut der Verbrauchserhebung 2024 wurde für die Ernte 2025 zunächst ein Überschuss von 165.000 Tonnen prognostiziert. Nach aktuellen Daten des Nationalen Datenamts vom 22. Januar wurde der Überschuss jedoch auf etwa 90.000 Tonnen korrigiert. Grund dafür ist vor allem der starke Anstieg beim Verbrauch von Reis für die Verarbeitung, der von 873.000 Tonnen (2024) auf 932.000 Tonnen (2025) stieg. Ohne den Anteil für Alkoholproduktion erhöhte sich der Verbrauch von 645.000 auf 715.000 Tonnen. Gleichzeitig sank der Übertrag in das neue Getreidejahr auf nur 7.000 Tonnen – deutlich weniger als im Vorjahr (60.000 Tonnen) oder im Durchschnitt (39.000 Tonnen). Die Ankäufe von Reis durch regionale Händler gingen um 90.000 Tonnen zurück, wodurch die privaten Lagerbestände um etwa 120.000 Tonnen niedriger ausfallen.
Im Komitee wurde die Sorge geäußert, dass steigende Reis- und Rohreispreise die Verbraucher belasten könnten. Die Regierung beschloss daher, die im Oktober 2023 angekündigte Marktisolation von 100.000 Tonnen auszusetzen und die Vorab-Isolation von 45.000 Tonnen je nach Preisentwicklung neu zu bewerten. Die Rückgabefrist für 55.000 Tonnen staatlich geliehenen Reis wird um ein Jahr bis März 2026 verlängert, um Preisdruck zu mindern. Zudem wird die Menge an staatlichem Reis für die Verarbeitung von 340.000 auf bis zu 400.000 Tonnen erhöht und die Pflichtabnahmemenge für Fördermittel von 150% auf 120% gesenkt.
Das Ministerium plant, künftige Reisversorgungsstrategien gemeinsam mit Produzenten, Händlern und Verbrauchern zu entwickeln. Vize-Minister Kim Jong-gu betonte, dass der aktuelle Preisanstieg wenig Einfluss auf die Einkommen der Landwirte habe, aber Verbraucher belasten könnte. Daher wurden flexible Maßnahmen wie die Anpassung der Marktisolation und die Ausweitung der Verarbeitungskontingente beschlossen. Die Regierung will die Marktentwicklung genau beobachten und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen, um eine schnelle Stabilisierung und Entlastung der Verbraucher zu erreichen.
Der neue Reis-Versorgungsplan Südkoreas zeigt, dass die Regierung nicht nur auf Überproduktion reagiert, sondern auch die steigende Nachfrage nach Verarbeitungsreis und strukturelle Marktveränderungen berücksichtigt. Die flexible Anpassung der Marktisolation, die Erhöhung der Verarbeitungskontingente und die Lockerung der Förderbedingungen sind strategische Antworten auf komplexe Herausforderungen. Diese Maßnahmen stärken das Vertrauen zwischen Produzenten, Handel und Verbrauchern und setzen einen wichtigen Impuls für datenbasierte Agrarpolitik in Südkorea.