Am 22. September 2024 stellte das südkoreanische Bildungsministerium gemeinsam mit dem Verband der Bildungsdirektoren im Bildungsaktivitätenschutz-Zentrum Daejeon umfassende Maßnahmen zum Schutz von Lehrkräften und zur Optimierung des Schulbeschwerdemanagements vor. Künftig ist es untersagt, Beschwerden über persönliche Kontaktdaten oder soziale Netzwerke von Lehrkräften einzureichen; stattdessen müssen offizielle, von der Schule festgelegte Kanäle genutzt werden. Bei schwerwiegenden Verstößen wie Gewalt oder sexueller Belästigung empfiehlt das Lehrerschutzkomitee nach Prüfung eine direkte Anzeige durch den zuständigen Bildungsdirektor. Schulleiter erhalten Notfallbefugnisse, um gegen böswillige Beschwerdeführer vorzugehen, etwa durch Unterlassungsaufforderungen, Verwarnungen oder Zutrittsbeschränkungen.
Die Maßnahmen sehen eine klare Definition der Beschwerdeprozesse sowie die gesetzliche Verankerung von Beschwerdeteams vor. Schulen bündeln die Beschwerdeannahme über die zentrale Telefonnummer und das Online-Elternkommunikationssystem ‚Eardream‘, dessen Pilotbetrieb im letzten Jahr als Grundlage für die weitere Ausgestaltung dient. Die Zahl der Schutz-Zentren für Bildungsaktivitäten wird dieses Jahr auf über 110 erhöht. Lehrkräfte, die Opfer schwerer Übergriffe werden, erhalten bis zu 10 Tage Sonderurlaub, und Eltern, die verpflichtende Schulungen oder Therapien verweigern, müssen mit einer erhöhten Geldstrafe von 3 Millionen Won rechnen.
Aufgrund von Rückmeldungen von Lehrerverbänden, Eltern und regionalen Bildungsbehörden wurden einige Maßnahmen, wie die Eintragung von Vorfällen ins Schülerregister, vorerst ausgesetzt und sollen im Parlament weiter diskutiert werden. Weitere Initiativen umfassen die Einrichtung von 750 zusätzlichen Beratungsräumen, die Ausweitung von Fortbildungen für Schulleitungen und Kampagnen zur Förderung von Respekt und Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern. Das Bildungsministerium und die regionalen Behörden richten einen gemeinsamen Politikausschuss ein, um die Umsetzung zu überwachen und kontinuierlich zu verbessern.
Die Reformen markieren einen Paradigmenwechsel, indem sie den Umgang mit Beschwerden und den Schutz der Bildungsaktivitäten als institutionelle und nicht mehr individuelle Aufgabe definieren. Durch die Verknüpfung zentraler, regionaler und schulischer Maßnahmen entsteht ein umfassendes Schutzsystem. Gesetzesänderungen und Systemanpassungen werden fortgeführt, wobei Rückmeldungen aus der Praxis einfließen. Die Maßnahmen stärken die Lehrerautorität, sichern Schülerrechte und schaffen ein sichereres, unterstützendes Lernumfeld.
Die Verlagerung des Beschwerdemanagements von einzelnen Lehrkräften auf institutionelle Strukturen entlastet das Personal und erhöht die Transparenz. Die Digitalisierung durch Systeme wie ‚Eardream‘ und die gesetzliche Verankerung von Beschwerdeteams ermöglichen eine effiziente und rechtssichere Bearbeitung. Insgesamt fördern diese Maßnahmen das Vertrauen zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern und tragen zu einer nachhaltigen Verbesserung des Bildungssystems in Südkorea bei.