Im Jahr 2023 stieg die Zahl der südkoreanischen Start-ups zum dritten Mal in Folge und zeigt eine Ausweitung der Gründungsbasis. Laut dem Ministerium für KMU und Start-ups sowie dem Korea Institute of Startup & Entrepreneurship Development gab es 4,902 Millionen Start-ups, was 59,1 % aller KMU entspricht. Das Wachstum wurde vor allem von technologieorientierten Branchen und Gründern in den 20ern und 30ern getragen, mit deutlichen Zuwächsen in der Informations- und Kommunikationstechnologie, den professionellen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Bildungsbereich. Auch in nicht-technologischen Sektoren wie Energie, Groß- und Einzelhandel sowie Landwirtschaft stieg die Zahl der Neugründungen.
Die Gesamtzahl der Beschäftigten in Start-ups lag bei 8,33 Millionen, was 43,6 % aller KMU-Mitarbeiter entspricht, jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % zurückging. Tech-Start-ups beschäftigten 2,499 Millionen Menschen (30,0 %) mit durchschnittlich 2,6 Mitarbeitern pro Unternehmen. Der Gesamtumsatz aller Start-ups betrug 1.134,6 Billionen KRW, ein Rückgang um 4,3 % gegenüber dem Vorjahr, während Tech-Start-ups 320 Billionen KRW (28,2 %) erwirtschafteten. Der durchschnittliche Umsatz pro Start-up lag bei 230 Millionen KRW, was die schwierigen Geschäftsbedingungen widerspiegelt.
Die Umfrage ergab, dass 83,2 % der Gründer auf Berufserfahrung zurückgriffen, um ihr Unternehmen zu starten, und 29,0 % bereits eine Neugründung nach einem Scheitern wagten. Die größte Herausforderung im Gründungsprozess war die Kapitalbeschaffung (53,7 %), gefolgt von Angst vor Misserfolg (45,9 %) und mangelndem Wissen oder Erfahrung (36,7 %). Hauptmotiv für die Gründung war ein höheres Einkommen (64,8 %), das durchschnittlich benötigte Kapital lag bei 206 Millionen KRW, wobei 95,2 % aus Eigenmitteln stammten. Bank- und Nichtbankkredite, private Darlehen und staatliche Förderungen wurden ebenfalls genutzt.
Die operative Gewinnmarge der Start-ups lag bei 5,7 %, die Nettomarge bei 4,2 %, was auf eine begrenzte Rentabilität hindeutet. Nur 2,7 % der Start-ups hatten Auslandserfahrung, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Zahl der gewerblichen Schutzrechte pro Start-up stieg auf 5,0. Das Ministerium plant, 2026 ein Rekordbudget von 3,5 Billionen KRW zur Unterstützung von Start-ups bereitzustellen. Detaillierte Ergebnisse sind auf der Website des KISED verfügbar.
Die Entwicklung der südkoreanischen Start-up-Landschaft 2023 zeigt ein gleichzeitiges Wachstum in der Quantität und Herausforderungen in der Qualität. Die Zunahme von Tech- und Jungunternehmern ist ein positives Signal für Innovation und Beschäftigung, während sinkende Umsätze und Beschäftigtenzahlen auf ein schwierigeres Geschäftsumfeld hinweisen. Mit der geplanten massiven staatlichen Förderung wird sich zeigen, ob qualitative Fortschritte im Ökosystem erzielt werden. Für nachhaltigen Erfolg sind gezielte Unterstützung bei Finanzierung, Scheitern und Internationalisierung sowie innovative Strategien erforderlich.