Am 15. Mai 2024 gab das koreanische Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr bekannt, dass die Novellen des Wohnungsgesetzes und des Sondergesetzes zur Sanierung und Unterstützung alter Planstädte vom Parlament verabschiedet wurden. Künftig werden bei Baugenehmigungen für Wohnungsbauprojekte Bildungs-, Katastrophen- und Brandschutzbewertungen in einem einzigen Verfahren geprüft. Zudem werden die bislang mehrstufigen Planungsprozesse für Stadterneuerungsprojekte rechtlich zusammengeführt. Ziel ist es, wiederholte Verwaltungsverfahren zu reduzieren und sowohl den Wohnungsbau als auch die Stadterneuerung zu beschleunigen.
Die Novelle des Wohnungsgesetzes fördert aktiv die Ausweitung des Wohnungsangebots durch Verbesserungen im Genehmigungssystem. Die integrierte Prüfung umfasst nun auch Bildungsumfeld-, Katastrophen- und Brandschutzbewertungen, wodurch sich die Genehmigungsdauer um drei bis sechs Monate verkürzen soll. Zudem wird die Bauüberwachung bei Naturkatastrophen verstärkt und künftigen Bewohnern ermöglicht, vor der Abnahme eine Baustelleninspektion zu beantragen. Öffentliche Wohnungsbauprojekte in Armenvierteln sind nun von Preisobergrenzen ausgenommen, was eine schnellere Umsetzung ermöglicht.
Die Novelle des Stadtentwicklungsgesetzes vereinfacht die Abläufe für Stadterneuerungsprojekte in den ersten neuen Städten sowie in Busan, Incheon und Daejeon. Spezielle und Umsetzungspläne können zusammengeführt werden, und die Verwaltungsverfahren für Grund- und Sonderpläne können parallel ablaufen. Die Einholung von Zustimmungen der Grundstückseigentümer wird vereinfacht, und die Institutionalisierung von Bewohnervertretungen und vorläufigen Projektträgern stärkt die Bürgerbeteiligung. Auch die Zusammenlegung getrennter Gebiete ist nun bereits in der Planungsphase möglich.
Die Gesetzesänderungen treten sechs Monate nach Verkündung in Kraft, Regelungen zur Rechtefeststellung gelten ab dem Tag der Verkündung. Das Ministerium erwartet, dass die Reformen eine schnellere Wohnungsversorgung und Stadterneuerung ermöglichen. Verbesserte Verwaltungseffizienz, mehr Bürgerfreundlichkeit und größere Transparenz bei der Projektumsetzung werden erwartet. Weitere Verbesserungen der einschlägigen Systeme sollen die Wohnqualität in Zukunft weiter steigern.
Die Reformen des Wohnungsgesetzes und des Stadtentwicklungsgesetzes sind ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung und Integration administrativer Prozesse im koreanischen Wohnungs- und Stadtentwicklungsbereich. Die Verkürzung der Genehmigungszeiten und die Verfahrensvereinfachung beseitigen Engpässe im Wohnungsbau und stärken die Umsetzungskraft von Stadterneuerungsprojekten, was das gesellschaftliche Vertrauen erhöht. Die Institutionalisierung von Bewohnervertretungen und die Stärkung der Sicherheitsmaßnahmen spiegeln das wachsende Bedürfnis nach Bürgerbeteiligung und Sicherheit wider und bilden eine Grundlage für zukünftige Smart-City- und nachhaltige Stadtentwicklungspolitik.