Das südkoreanische Gesundheitsministerium gab am 15. Juni bekannt, dass die vermeidbare Traumasterblichkeitsrate 2023 auf 9,1% gesunken ist. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang von 30,5% im Jahr 2015 und markiert erstmals einen einstelligen Wert. Die vermeidbare Traumasterblichkeitsrate misst den Anteil der Todesfälle, die bei rechtzeitiger und angemessener Behandlung hätten verhindert werden können – ein zentraler Indikator für Zugänglichkeit und Qualität der Traumaversorgung. Der Erfolg wird vor allem auf den Ausbau regionaler Traumazentren und die Stärkung des Versorgungssystems zurückgeführt.
Seit 2015 führt das Ministerium alle zwei Jahre landesweite Studien durch, 2023 bereits zum fünften Mal. Die aktuelle Untersuchung analysierte Todesstatistiken aus dem National Emergency Department Information System (NEDIS) und prüfte 1.294 Todesfälle aus 305 medizinischen Einrichtungen durch Expertenpanels. Die Zahl der regionalen Traumazentren stieg von 8 im Jahr 2015 auf 17 im Jahr 2023, während die vermeidbare Traumasterblichkeitsrate im gleichen Zeitraum von 30,5% auf 9,1% sank. Die Region Gyeonggi-Incheon verzeichnete mit 6,4% den niedrigsten Wert, während Daejeon-Chungcheong-Gangwon-Sejong mit einem Rückgang um 8,1 Prozentpunkte die größte Verbesserung zeigte.
Alle Regionen konnten ihre vermeidbare Traumasterblichkeitsrate senken, jedoch war die Datenübermittlung einiger medizinischer Einrichtungen gering, was zu einer möglichen Unterschätzung führen könnte. Die Einreichungsraten variierten regional, etwa Gwangju mit 57,1%, Busan mit 60,9% und Seoul mit 73,8%. Dr. Kyungwon Jung vom Traumazentrum des Ajou University Hospital erklärte, dass in Regionen mit niedriger Einreichungsrate die Ergebnisse möglicherweise unterschätzt wurden. Das Ministerium plant, die Genauigkeit künftiger Bewertungen durch höhere Datenübermittlungsraten zu verbessern.
Die Studie analysierte auch den wirtschaftlichen Nutzen regionaler Traumazentren. Die Kosten für Aufbau und Betrieb beliefen sich von 2012 bis 2023 auf rund 671,7 Milliarden KRW, während im gleichen Zeitraum 14.176 Menschenleben gerettet wurden. Der Nutzen, berechnet mit dem statistischen Lebenswert (VSL), lag zwischen 3,5 und 19,6 Billionen KRW, das Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen 5,21 und 29,11. Das Ministerium plant, durch die Benennung von Schlüsselzentren und die Stärkung der Hubschrauberrettung das Versorgungssystem weiter zu verbessern.
Die Untersuchung belegt eindrucksvoll, dass der Ausbau regionaler Traumazentren und die Verbesserung des Versorgungssystems die Überlebensraten signifikant steigern. Das hohe Kosten-Nutzen-Verhältnis unterstreicht den gesellschaftlichen Mehrwert staatlicher Investitionen in die medizinische Infrastruktur. Durch eine bessere Datenerhebung und die Verringerung regionaler Unterschiede kann die Politik künftig noch gezielter und wirksamer gestaltet werden.