Die südkoreanische Regierung geht die ineffiziente Struktur der Fleischvermarktung an, bei der sinkende Erzeugerpreise nicht direkt an die Verbraucher weitergegeben werden. Durch die Vereinheitlichung der Prozesse von Schlachtung über Verarbeitung bis zum Verkauf sollen Kosten gesenkt und ein faires Preissystem für Produzenten und Konsumenten geschaffen werden. Am 13. Juni stellte das Landwirtschaftsministerium den „Plan zur Verbesserung der Fleischvermarktungsstruktur“ vor, der sich auf die Effizienzsteigerung der Vermarktungsstufen, die Ausweitung der Preisoffenlegung, die Verbesserung der Mastmethoden und die Förderung des Online-Handels konzentriert. Die Maßnahmen werden in einer Taskforce mit Produzentenverbänden und Experten entwickelt.
Um die Vermarktung von Hanwoo-Rindfleisch zu optimieren, soll der Direktverarbeitungsanteil in den Genossenschafts-Auktionshäusern von derzeit 32% bis 2030 auf über 40% steigen. Das neue Logistikzentrum in Bucheon, das Ende 2028 fertiggestellt werden soll, wird die bisher verstreuten Verkaufsfunktionen bündeln und die Vertriebskosten um bis zu 10% senken. Erfolgreiche Direktvermarktungsmodelle werden identifiziert und über den Preisvergleichsdienst „Yeogigogi“ kommuniziert, während relevante Einrichtungen und Betriebsmittel vorrangig gefördert werden. Die Zahl der Hanaro Mart-Filialen steigt von 980 auf 1.200 und die Hanwoo Plaza-Standorte von 192 auf 210 bis 2030. Die durchschnittliche Mastdauer für Hanwoo wird von 32 auf 28 Monate verkürzt, mit gezielter Unterstützung für Betriebe, die diese Zeit reduzieren.
Für mehr Transparenz bei Schweinefleischtransaktionen werden die Großmärkte von 10 auf mindestens 12 bis 2030 erweitert und Online-Auktionen gefördert. Der Auktionsanteil soll von 4,5% auf über 10% steigen, und die Einkaufspreise der Verarbeitungsbetriebe werden erhoben und veröffentlicht. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden dieses Jahr über 20 Unternehmen eingebunden, um die Offenlegung auf 40% des Schweinefleischhandels auszudehnen. Die Fettanteile bei Schweinebauch werden angepasst, und ein Zertifizierungssystem für Produktionsmanagement sowie die Modernisierung alter Anlagen und die Installation erneuerbarer Energien werden unterstützt.
Bei Geflügel werden die Preisermittlungen von ganzen Hähnchen auf Teilstücke und Brustfleisch umgestellt, und Eierpreise werden als gewichteter Durchschnitt berechnet, um saisonale Verzerrungen zu vermeiden. Standardverträge für Eiertransaktionen und eine zentrale Preisermittlung werden eingeführt, und ein Branchenrat liefert verbesserte Bestands- und Prognosedaten. Der Online-Handel wird für Rind, Schwein und Eier deutlich ausgebaut, mit mehr Fernauktionen und Preisvergleichsdiensten. Die Regierung strebt durch kontinuierlichen Dialog mit Produzenten und Behörden spürbare Preisstabilität für die Bevölkerung an.
Die Reform der Fleischvermarktungsstruktur in Südkorea verspricht nachhaltige Vorteile für Produzenten und Verbraucher. Die Effizienzsteigerung und erhöhte Transparenz dürften nicht nur die Preise stabilisieren, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Branche stärken. Die Förderung des Online-Handels und die datenbasierte Preisoffenlegung sind innovative Schritte, die das Vertrauen und die Effizienz auf dem koreanischen Fleischmarkt deutlich erhöhen werden.