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[2026-01-13]Reform der Staatsanwaltschaft: Neue Behörde für schwere Straftaten startet

Die Regierung hat gemäß dem Prinzip der Trennung von Ermittlungen und Anklage die direkte Ermittlungsbefugnis der Staatsanwaltschaft auf die neu geschaffene Behörde für schwere Straftaten (BSST) übertragen und die Aufgaben der Staatsanwälte auf die Erhebung und Aufrechterhaltung von Anklagen konzentriert. Staatsanwälte dürfen künftig keine Ermittlungen mehr einleiten, um Machtmissbrauch zu verhindern und die politische Neutralität zu stärken. Die BSST steht unter der Leitung des Innenministers und ist für die Untersuchung von neun schweren Straftaten wie Korruption, Wirtschaftsdelikte, Amtsträger, Wahlen, Verteidigungsprojekte, Großkatastrophen, Drogen, Landesverteidigung und Cyberkriminalität zuständig. Die Reform wurde am 12. Januar 2026 von Yoon Chang-ryul, Leiter des Regierungskoordinationsbüros, vorgestellt.

Die Taskforce für Justizreform gab bekannt, dass die für den Betrieb der neuen Behörden erforderlichen Gesetzesentwürfe vom 12. bis 26. Juni zur öffentlichen Anhörung stehen. Das Staatsanwaltschaftsgesetz streicht die Ermittlungs- und Einleitungsbefugnisse aus den Aufgaben der Staatsanwälte und definiert sie klar als Anklagebehörde. Externe Kontrollmechanismen wie das Fallprüfungs- und das Eignungsprüfungskomitee wurden gestärkt, und neue Strafvorschriften für politische Einflussnahme eingeführt. Die BSST kann neben den bisherigen Ermittlungsbereichen der Staatsanwaltschaft auch neun schwere Straftaten untersuchen, die per Präsidialdekret konkretisiert werden. Die Personalstruktur ist durch Ermittlungsjuristen und Fachermittler flexibel gestaltet.

Yoon Chang-ryul betonte die Notwendigkeit einer zügigen Gesetzgebung und sorgfältigen Umsetzung von Folgeprozessen wie Organisation, Personal und Systemaufbau sowie die Einbringung von Änderungen der Strafprozessordnung ins Parlament. Die Staatsanwaltschaft wird direkte Ermittlungen strukturell verhindern und die Befugnisse zur Anklage und Haftbefehlsbeantragung durch ein extern besetztes Fallprüfungskomitee kontrollieren. Die Leistungsbewertung der Staatsanwälte wird objektiv durch Berufungs-, Wiederaufnahme- und Freispruchquoten gestärkt. Die BSST ist als offenes System für die Zusammenarbeit mit Polizei und Experten aus verschiedenen Bereichen konzipiert und soll die nationale Reaktionsfähigkeit auf schwere Straftaten erhöhen.

Mit der Einführung der BSST und der Staatsanwaltschaft wird die Trennung von Ermittlungen und Anklage institutionell verankert und die nationale Reaktionsfähigkeit auf schwere Straftaten gestärkt. Die gesetzliche Sicherung der politischen Neutralität, der Machtkontrolle und des Schutzes der Menschenrechte der Staatsanwälte dürfte das Vertrauen der Bevölkerung erhöhen. Das System wird auch die Bekämpfung sozial relevanter Delikte wie Drogen- und Cyberkriminalität verbessern. Die Konkretisierung schwerer Straftaten per Präsidialdekret, flexible Personalstrukturen und externe Kontrollmechanismen tragen zur Transparenz und Fairness der Strafverfolgung bei.


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