Das südkoreanische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten hat den ersten grundlegenden Unterstützungsplan für landwirtschaftliche Arbeitskräfte für die Jahre 2026 bis 2030 verabschiedet und vorgestellt. Dieser Plan basiert auf dem im Februar 2024 in Kraft getretenen Sondergesetz zur Unterstützung landwirtschaftlicher und fischereilicher Arbeitskräfte und ist der erste gesetzlich vorgeschriebene Fahrplan dieser Art. Im Gegensatz zu früheren kurzfristigen Maßnahmen setzt der neue Plan auf eine langfristig stabile Arbeitskräfteversorgung und umfassende Strategien zum Schutz von Sicherheit und Menschenrechten der Beschäftigten. Zu den Kernzielen gehören die Ausweitung des Anteils öffentlicher Arbeitskräfte auf 60 % bis 2030, eine 100%ige Versicherungsquote für Saisonarbeiter bis 2026 sowie die verpflichtende Lohnzahlungsgarantieversicherung für Arbeitgeber.
Im ersten Halbjahr 2026 werden 92.104 Saisonarbeitskräfte zugeteilt – ein Anstieg um 18.219 gegenüber 73.885 im November 2023. Die Zahl der öffentlichen Saisonarbeitsstellen steigt von 90 (2.786 Personen) im Jahr 2023 auf 130 (4.729 Personen) im Jahr 2026 und soll bis 2030 auf über 200 (6.000 Personen) wachsen. Unterstützt werden zudem höhere Transport- und Unterkunftszuschüsse, die Verknüpfung von Maschinenverleih und Arbeitsvermittlung sowie Pilotprojekte für qualifizierte ausländische Arbeitskräfte. Der Anteil einheimischer Arbeitskräfte soll auf über 40 % steigen, und es werden maßgeschneiderte Jobinformationen und systematische Schulungen angeboten.
Zur Verbesserung der Arbeitssicherheit werden eine mobile Sicherheits-Checkliste und VR-basierte Schulungsinhalte eingeführt. Für Saisonarbeiter wird eine Versicherungspflicht eingeführt, und zur Vermeidung von Lohnrückständen wird eine Lohnzahlungsgarantieversicherung verpflichtend. Bei Menschenrechtsverletzungen werden Sanktionen wie die sofortige Einschränkung der Zuteilung ausländischer Arbeitskräfte verschärft. Der Bau und die Renovierung öffentlicher Unterkünfte für ausländische Arbeitskräfte werden ausgebaut, und eine „Unterkunftsbörse“ für landwirtschaftliche Arbeitskräfte wird eingeführt. Die Funktionen von Unterstützungsinstitutionen wie dem Nationalen Landwirtschaftsverband und dem Agrarbildungszentrum werden in den Bereichen Beratung, Schulung und Karriereentwicklung gestärkt.
Mit diesem Plan will das Ministerium sowohl den Arbeitskräftemangel als auch den Schutz der Arbeitnehmerrechte im Agrarsektor angehen. Ministerin Song Mi-ryeong betonte das Engagement für eine langfristig effiziente Arbeitskräfteversorgung und die konsequente Verbesserung von Arbeitssicherheit und Arbeitnehmerrechten. Die Politik wird sich weiterentwickeln, indem die Rolle des öffentlichen Sektors gestärkt, inländische und ausländische Arbeitskräfte ausgewogen eingesetzt und die Arbeitsbedingungen verbessert werden – was die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der südkoreanischen Landwirtschaft steigern dürfte.
Der neue Unterstützungsplan für landwirtschaftliche Arbeitskräfte markiert einen Paradigmenwechsel von kurzfristigen Lösungen hin zu strukturellen Reformen, die sowohl die Versorgung mit Arbeitskräften als auch den Schutz der Arbeitnehmerrechte adressieren. Die Integration digitaler Plattformen, VR-Schulungen und die Stärkung des öffentlichen Sektors fördern die Modernisierung des Agrarsektors. Südkorea setzt damit einen internationalen Maßstab für Produktivität, soziale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft.