Das südkoreanische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten reagiert aktiv auf Versorgungsunsicherheiten bei Agrar- und Tierprodukten, die durch Tierseuchen und Wetteranomalien verursacht werden. Unter Leitung des Vize-Ministers werden wöchentlich Versorgungschecks durchgeführt. Die erste Sitzung fand am 12. im Regierungsgebäude Sejong unter Vorsitz von Park Jeong-hoon, Leiter der Ernährungspolitik, statt. Im Fokus standen Reis, Chinakohl, Rettich, Knoblauch, Äpfel, Mandarinen, Erdbeeren, koreanisches Rindfleisch, Schweinefleisch und Eier. Auch die Umsetzung präventiver Maßnahmen wie Gewächshausverstärkung und verbesserte Wachstumsüberwachung angesichts von Schneefallprognosen wurde überprüft. In einigen Gartenbaubetrieben gab es Schäden, die jedoch als gering eingestuft wurden.
Die Regierung plant, bei weiteren Schäden schnell zu reagieren und Wiederherstellungsmaßnahmen einzuleiten. Die Überprüfung der Schwerpunktprodukte ergab, dass die Versorgung mit Agrarprodukten überwiegend stabil ist. Besonders Gemüse wie Chinakohl und Rettich zeigen eine Erholung, und die Versorgung zum Neujahrsfest wird als gesichert angesehen. Auch bei Mandarinen und anderen Früchten sorgt die erhöhte Winterauslieferung für Stabilität. Äpfel und Erdbeeren werden ab Mitte des Monats vermehrt ausgeliefert, was zu einer Preisstabilisierung führen dürfte. Bei Knoblauch kam es wegen Qualitätsverlusten der Ernte 2025 zu Preisanstiegen, die durch die Freigabe von Reserven begrenzt werden.
Kartoffeln sind aufgrund einer schwachen Herbsternte und geringerer Lagerbestände teurer geworden. Die Regierung gibt täglich rund 20 Tonnen aus einem Vorrat von 758 Tonnen frei, und ab März wird mit einer Erholung der Versorgung durch vermehrte Gewächshauskartoffeln gerechnet. Tierprodukte sind wegen der Ausbreitung der hochpathogenen Vogelgrippe (AI), geringerer Eier- und Geflügelproduktion sowie weniger koreanischer Rinder teurer als im Vorjahr und Durchschnitt. Die Regierung setzt auf Minimierung präventiver Tötungen, Ausweitung des Angebots zum Fest und Preisnachlässe durch Selbsthilfefonds. Der Import frischer Eier wurde vorbereitet, die Einführung ist für die dritte Woche dieses Monats geplant, nach Quarantäne und Zollabfertigung erfolgt die Markteinführung Anfang nächsten Monats.
Verarbeitete Lebensmittel und Gastronomie verzeichnen weiterhin Preisanstiege durch hohe Wechselkurse, gestiegene internationale Rohstoffpreise sowie höhere Lohn- und Stromkosten, wobei die Steigerungsrate zuletzt nachgelassen hat. Vor dem Neujahrsfest wird am 22. ein Branchentreffen abgehalten, um die Kommunikation zu stärken und die Preise zu stabilisieren. Park Jeong-hoon betonte angesichts möglicher Preisschwankungen durch Winterwetter und Festtage die Notwendigkeit fortlaufender Kontrollen und Versorgungsmanagements in Zusammenarbeit mit anderen Behörden. Die Sicherstellung ausreichender Mengen und verstärkte Wachstumsüberwachung sollen eine stabile Versorgung zum Neujahrsfest gewährleisten.